Im Jahr 2026 ist der Begriff „Copilot+ PC“ eine echte Hardware-Kategorie und nicht nur ein Schlagwort. Diese Geräte wurden dafür entwickelt, moderne AI-Funktionen direkt auf dem Computer auszuführen, unterstützt durch eine spezielle Einheit namens NPU. Gleichzeitig stellen sich viele Nutzer berechtigte Fragen zu Funktionen wie Recall und deren Auswirkungen auf die Privatsphäre. Dieser Artikel erklärt die Fakten sachlich und verständlich.
Eine NPU, also eine Neural Processing Unit, ist ein spezialisierter Prozessor, der für AI-Aufgaben optimiert wurde. Anders als eine CPU, die allgemeine Berechnungen übernimmt, oder eine GPU, die vor allem parallele Grafikprozesse ausführt, ist die NPU auf neuronale Netzwerke und deren Berechnungen ausgelegt.
Die Grenze von „40+ TOPS“ ist wichtig, weil sie ein Leistungsniveau markiert, bei dem AI-Aufgaben in Echtzeit funktionieren können, ohne den Akku stark zu belasten oder den Hauptprozessor zu überfordern. TOPS bedeutet „Billionen Operationen pro Sekunde“, und Microsoft nutzt diesen Wert als praktisches Kriterium für Copilot+ Geräte.
Im Alltag ermöglicht dies Funktionen wie Live-Untertitel, lokale Bildverbesserung oder intelligente Assistenz direkt auf dem Laptop. Statt ständig Daten in die Cloud zu senden, bleibt mehr Verarbeitung auf dem Gerät, was Geschwindigkeit und Unabhängigkeit vom Internet verbessert.
Lokale AI bedeutet nicht nur mehr Leistung. Sie verändert auch das Nutzergefühl. Wenn Aufgaben direkt auf dem Gerät verarbeitet werden, reagieren Funktionen schneller und bleiben auch offline verfügbar. Das ist besonders relevant für Reisende oder Arbeitsumgebungen mit eingeschränktem Netzwerkzugang.
Ein weiterer Vorteil ist die Energieeffizienz. NPUs sind so gebaut, dass sie AI-Inferenz deutlich stromsparender ausführen als CPUs oder GPUs. Praktisch bedeutet das längere Akkulaufzeiten, selbst wenn AI-Tools über den Tag hinweg aktiv genutzt werden.
Trotzdem sollten Käufer verstehen, dass ein „AI-PC“ nicht automatisch für jede Person einen Vorteil bringt. Die NPU zeigt ihren Nutzen vor allem bei Windows-Funktionen und Anwendungen, die speziell für diese Hardware entwickelt wurden.
Recall gehört zu den meistdiskutierten Copilot+ Funktionen. Ziel ist es, vergangene Aktivitäten leichter auffindbar zu machen, indem eine visuelle Zeitleiste erstellt wird. Nutzer können dadurch Inhalte suchen wie „das Dokument von gestern“ oder „die Webseite von letzter Woche“.
Microsoft beschreibt in offiziellen Hinweisen, dass Recall eine optionale Zustimmung erfordert. Das bedeutet, dass die Funktion nicht ohne Einwilligung aktiviert wird. Recall arbeitet mit Momentaufnahmen der Aktivität, die lokal auf dem Gerät gespeichert werden, statt dauerhaft in die Cloud übertragen zu werden.
Wichtig ist außerdem, dass diese Snapshots verschlüsselt sind und Nutzer klare Kontrollmöglichkeiten haben: Recall kann pausiert werden, gespeicherte Daten lassen sich löschen und bestimmte Apps oder Webseiten können ausgeschlossen werden.
Der wichtigste Datenschutzpunkt ist, dass Recall als Opt-in gedacht ist. Nutzer müssen aktiv zustimmen und können die Funktion jederzeit deaktivieren. Das entspricht den steigenden Erwartungen an Transparenz und Kontrolle bei AI-Funktionen.
Auch die Speicherung spielt eine zentrale Rolle. Recall-Daten liegen auf der lokalen SSD und sind durch Verschlüsselung geschützt, die an die Sicherheitsfunktionen des Geräts gekoppelt ist. Das reduziert das Risiko großflächiger Remote-Sammlung, macht den Laptop selbst aber zum sensiblen Speicherort.
Für datenschutzbewusste Nutzer ist es sinnvoll, Recall-Einstellungen direkt bei der Einrichtung zu prüfen, vertrauliche Anwendungen auszuschließen und die Funktion als optionales Produktivitätswerkzeug zu betrachten.

Copilot+ PCs bringen neue Anforderungen mit sich, die über reine Geschwindigkeit hinausgehen. Da Funktionen wie Recall verschlüsselte Snapshots lokal speichern, werden Speicherplatz und Sicherheitskonfiguration deutlich wichtiger. Microsoft erwartet moderne SSD-Leistung und ausreichend RAM für diese Aufgaben.
In Unternehmensumgebungen sind klare IT-Richtlinien entscheidend. Firmen müssen möglicherweise Recall komplett deaktivieren, Verschlüsselungsregeln erzwingen oder festlegen, welche Konten AI-Zeitleisten nutzen dürfen. Ohne Governance könnten sensible Daten bei Verlust oder Fehlkonfiguration gefährdet sein.
Hardware-basierte Anmeldeschutzsysteme wie Windows Hello gehören ebenfalls dazu. Starke biometrische Authentifizierung senkt das Risiko, dass andere Personen Zugriff auf Recall-Historie oder lokal gespeicherte AI-Kontexte erhalten.
Copilot+ PCs sind besonders sinnvoll für Nutzer, die die neuesten Windows AI-Funktionen aktiv nutzen möchten, für Kreative mit modernen Workflows oder für Profis, die lokale Verarbeitung statt Cloud-Abhängigkeit bevorzugen.
Für Menschen, die hauptsächlich browsen, Office-Dokumente bearbeiten oder ältere Software verwenden, sind diese Geräte nicht zwingend notwendig. In solchen Fällen kann ein gut ausgewogener klassischer Laptop die vernünftigere Wahl sein.
Der wichtigste Punkt im Jahr 2026 ist Klarheit: Verstehen Sie, was die NPU ermöglicht, prüfen Sie Recall-Kontrollen und entscheiden Sie danach, ob diese Funktionen wirklich zu Ihren Bedürfnissen passen.